Sorgen Sie für gute Kontoführung – damit punkten Sie beim Rating Ihrer Bank 

Sie haben ein Geschäftskonto mit Überziehungsrahmen? Sie finanzieren Investitionen über Darlehen? Dann ist eines gewiss: Ihre Bank bewertet Sie nach bestimmten Rating-Kriterien, die Einfluss auf die Zinshöhe und das zu hinterlegende Eigenkapitel haben.

Als Grundlage der Bewertung  dienen beispielsweise der Jahresabschluss, betriebswirtschaftliche Kennzahlen, die Unternehmensentwicklung oder ob Sie eine Nachfolgeregelung haben.

Auch die Kontoführung gehört dazu und spielt sogar eine besondere Rolle, da sie monatlich einem Schnelltest unterzogen wird. Die gute Nachricht: Sie können das mit einigen wenigen Maßnahmen zur Zufriedenheit Ihrer Bank steuern.

  1. Ein Guthaben auf dem Konto freut den Banker

Achten Sie darauf, dass Ihr Konto nicht ausschließlich im Minus ist, sondern immer wieder mal an ein paar Tagen einen Plus-Saldo aufweist.

  1. Aktives Forderungsmanagement betreiben

Tun Sie alles, damit Ihre Kunden zügig bezahlen – umso weniger Kredite müssen Sie in Anspruch nehmen:

  • Bar oder Zahlung mit ec-Karte ist immer die beste Wahl (leider nicht in allen Branchen möglich)
  • Vereinbaren Sie bei großen Projekten Vorschuss- oder Abschlagszahlungen
  • Verschicken Sie Ihre Rechnung unmittelbar nach Leistungserbringung und warten Sie nicht auf Monats- oder Quartalsende
  • Überwachen Sie den pünktlichen Zahlungseingang und mahnen Sie systematisch und konsequent
  • Prüfen Sie gegebenenfalls, ob Factoring eine Finanzierungsalternative sein kann
  1. Nutzen Sie die Kreditlinie nicht ständig am oberen Limit aus

Bei der Bank schrillen die Alarmglocken, wenn Sie die Kreditlinie dauerhaft ausschöpfen und oft am obersten Limit ausnutzen. Mit  entsprechender Steuerung der Zahlungseingänge und vor allem der –ausgänge können Sie das vermeiden.

  1. Steuern Sie frühzeitig dagegen

Werden Sie rechtzeitig aktiv – und nicht erst, wenn die Inanspruchnahme das Kreditlimit erreicht hat. Dabei hilft Ihnen eine vorher festgelegte Grenze, die deutlich unter dem Kreditlimit liegt, ab der Sie sich die Entwicklung genau anschauen und mit entsprechenden Zahlungsströmen gegensteuern. Maßstab für den Abstand kann z.B. die Höhe der monatlichen Fixkosten sein.

  1. Überspannen Sie den Bogen nicht

Der Banker spricht von einer Überziehung, wenn Sie die vereinbarte Kreditlinie überschreiten (oder Sie haben keine Kreditlinie vereinbart und rutschen trotzdem ins Soll). Das ist erstens teuer, weil Sie zum Sollzins noch eine Überziehungsprovision zahlen und wird zweitens von der Bank als absolut Negativ eingestuft. Je länger eine Überziehung anhält, desto schlechter wird in der Regel das Rating automatisch auf „sehr schlecht“ gestellt.

Und im schlimmsten Fall kommt es zur Rückgabe von Lastschriften oder der Nichtausführung von Überweisungen.

  1. Und was, wenn doch…

Wenn sich eine Überziehung nicht vermeiden lässt, dann sprechen Sie auf jeden Fall vorher mit Ihrem Bankbetreuer. Informieren Sie den Bankbetreuer dabei über folgende Punkte: Grund, Höhe, Dauer und wie Sie die Überziehung wieder abbauen werden.

Haben Sie die Zusage erhalten, ist es wichtig, dass Sie die Vereinbarung einhalten.

  1. Passen Sie Ihre Kontokorrentlinie immer der Geschäftsentwicklung an

Die richtige Kredithöhe hängt von vielen Faktoren ab. Notfalls hilft eine Faustregel: wenn fast alle Kunden bar oder mit ec-Karte bezahlen: ein Monatsumsatz, wenn alle Kunden mit 30 Tagen Ziel zahlen: zwei Monatsumsätze etc.

Grundlage für diese Maßnahmen ist ein aktives Liquiditätsmanagement. Sprechen Sie uns an, wir unterstützen Sie gern dabei.

KONTAKT

Frank-Michael Jänicke – Diplom Finanzwirt & Steuerberater, Geschäftsführer

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